top of page

Vorsicht vor Haifischen im Marketing-Meer


Als Geschäftsführer:in kennt man das Gefühl: Jeden Tag purzeln Hunderte von Angeboten ins Postfach. Jeder will sagen, wie das Produkt optimiert, Ads aufgesetzt oder der Umsatz verdoppelt werden kann. Über 80% davon sind Haifische. Leute, die eigentlich gar nichts anbieten wollen oder können, deren Ziel oft nur ist, schnelles Geld zu machen, ohne Arbeit zu investieren.


Der Trend: Geld verdienen ohne Arbeit


Besonders auffällig in den letzten Monaten: Menschen, die glauben, dass online über Nacht Geld verdient werden kann. Ads einrichten, Kampagnen starten, Leads generieren – alles für den Unternehmer. Klingt verlockend? Vielleicht. Funktioniert? Selten.


Die Masche ist immer ähnlich: hohe Einrichtungsgebühren, teure Paketpreise, schnelle Versprechungen. Meistens ist alles, was benötigt wird, schon vorhanden: Know-how, Tools, Tutorials, eigene Kampagnenideen. Echte Erfahrung, erfolgreiche Kampagnen, mehrere Kunden, braucht keine Show. Alles andere ist Marketing-BlaBla, das Ablenkung erzeugt und Kosten verschlingt.

Der Trend der Halbwissen-Spezialisten

Ein weiterer Trend, den man beobachten kann: Menschen oder selbst ernannte „Marketing-Expert:innen“, die ihr Wissen nur aus Tutorials oder ein paar kurzen Online-Kursen haben. Sie kennen ein Tool oder eine Plattform, z. B. Ads aufsetzen, aber das große Ganze fehlt: Strategische Planung, Customer Journey, Content- und Branding-Strategien.

Ihr Fokus liegt darauf, das zu monetarisieren, was schnell Geld bringt, ohne das Rundum-Paket zu betrachten. Sie verkaufen Ads-Setups, Funnel-Pakete oder Rangebots, wissen aber oft nicht, wie diese Kampagnen wirklich langfristigen Erfolg für das Unternehmen sichern. Für Unternehmer:innen sieht das verlockend aus, weil es sofort „funktioniert“, aber die Gefahr ist hoch, dass langfristig ROI, Strategie und Substanz auf der Strecke bleiben.

Pragmatische Marketing-Profis hingegen betrachten immer das Gesamtbild, wägen Kosten und Nutzen ab und setzen ihre Expertise so ein, dass das Unternehmen wirklich wächst – nicht nur kurzfristige Einnahmen generiert werden.

Männer, Frauen und Marketing-Psychologie


Interessant ist auch die unterschiedliche Herangehensweise männlicher und weiblicher Marketingmenschen:


Männer sind z.b. eher triebgesteuert: Wachstum, Statussymbole, Repräsentation. Das kann sich in teuren Büros, Designer-Skulpturen oder Autos zeigen. Bei solchen Anbietern muss abgewogen werden: Finanzierst sich jetzt das Büro oder die Designer-Skulptur?

Frauen im Marketing agieren häufig pragmatischer: zielgerichtet, strategisch, weniger Show, mehr Substanz. Das bedeutet nicht automatisch besser, aber oft nachvollziehbarer und effizienter für KMU's.

KMU vs. Konzerne: Die richtige Strategie


Viele Haifische versuchen, Konzepte aus Großkonzernen auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu übertragen. Das funktioniert selten. Ein KMU braucht keine 50-Seiten-Kampagnenstrategie: Es braucht eine, die das Überleben sichert, Umsätze stabilisiert und die Belegschaft schützt.


Der Spagat ist klar:


One-Man-Show mit zwei, drei Mitarbeitenden? Dann sind pragmatische, leicht umsetzbare Strategien notwendig.

Wachstum auf 1000 Mitarbeitende? Dann kommen komplexere Konzepte ins Spiel – Stück für Stück, nicht über Nacht.


Es geht darum, sich nicht zu verzetteln und Streuverluste zu minimieren. Jedes Angebot, jede externe Unterstützung sollte einen klaren Mehrwert bringen, sonst ist es Zeitverschwendung.


Die Realität der Angebote heute


Früher waren Angebote noch persönlich, direkt auf das Unternehmen zugeschnitten. Heute erkennen junge Leute, dass sich an erfolgreiche Shops oder Produkte angehängt werden können, um online schnell Geld zu verdienen. Für Dienstleistungen ist das weitaus schwieriger. Haifische im Marketing-Meer haben oft keine echten Kunden, sondern wollen nur Provisionen, Einrichtungsgebühren oder ein Stück vom Umsatz.


Ein Beispiel: Ads aufsetzen für ein Produkt. Das Wissen und die Tools sind oft schon vorhanden. Der Haifisch verlangt 2000 CHF für die Einrichtung plus monatliche Kosten, ohne dass ein Return garantiert ist. Hier ist Vorsicht geboten.


Tipps, um Haifischen aus dem Weg zu gehen

Motivation hinterfragen: Will die Person wirklich helfen oder nur verdienen?

Referenzen prüfen: Erfolgreiche Kampagnen, echte Kunden, echte Resultate.

Selbst informieren: Tutorials, Online-Kurse, eigene Tests, vieles geht intern.

Strategie statt Show: Pragmatismus, der das Geschäft sichert.

Langsam wachsen: Stück für Stück skalieren, nicht alles auf einmal. Haifische erkennen – ein einfaches Beispiel

Ein gutes Bild liefert die Finanzberatung:

  • Der „Haifisch“ ist der Berater, der für bestimmte Versicherungen Provisionen erhält. Er verkauft nicht unbedingt das Beste für den Kunden, sondern das, womit er selbst am meisten verdient. Sein Ziel ist der eigene Profit.

  • Der neutrale Berater hingegen stellt den Kunden in den Mittelpunkt. Er analysiert die Situation, vergleicht Optionen und empfiehlt das, was wirklich das beste Ergebnis bringt. Sein Ziel ist das Ergebnis des Kunden, nicht der eigene Gewinn.

Genauso ist es bei Marketing- und IT-Dienstleistern. Haifische versprechen große Ergebnisse, wollen aber vor allem ihr Honorar, während echte Profis Wissen, Strategie und das konkrete Ziel des Unternehmens in den Vordergrund stellen

Fazit

Haifische sind überall. Sie locken mit schnellen Lösungen, hohen Versprechen und wenig Substanz. Strategie, Wissen und Erfahrung sind die besten Schutzmaßnahmen. Kritisch bleiben, Angebote genau prüfen und immer die Kontrolle über Ressourcen behalten.


Am Ende zählt dass das Unternehmen überlebt, wächst und stabil bleibt, ohne teure Luftschlösser und Ablenkungen.

 
 
 

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Kommentare


bottom of page